Fotolehrgang Lektion 5 -- Die richtige Belichtung -- ISO-Empfindlichkeit / Lichtempfindlichkeit / Lichtgeschwindigkeit



Navigation

Fotolehrgang

Die richtige Belichtung: Informationen zur ISO-Empfindlichkeit

Fotolehrgang Lektion 5 Die ISO-Empfindlichkeit / ISO-Wert

ISO-Empfindlichkeit (International Organization for Standardization -- ISO)

Neben der richtigen Einstellung der Blende und der Belichtungszeit spielt auch die Lichtempfindlichkeit des Sensors eine wesentliche Rolle, wenn es bei der Fotografie um die richtige Einstellung der Belichtung geht.

Bei der analogen Fotografie war die Lichtempfindlichkeit bekannt unter dem Begriff Filmempfindlichkeit, während man bei der digitalen Fotografie von der ISO-Empfindlichkeit spricht.

Die Angabe der Filmempfindlichkeit stand bei der analogen Fotografie stets auf der Verpackung des Films oder auf der Filmpatrone selbst. So mußte der Fotograf den Film wählen, welcher den jeweiligen Lichtverhältnissen entsprach. Bei der digitalen Fotografie hat der Fotograf nun die Möglichkeit, die richtige ISO-Empfindlichkeit jeweils manuell zu wählen oder diese Einstellung der Kameraautomatik zu überlassen. Ein Filmwechsel ist zum Glück heute nicht mehr nötig.

Die Empfindlichkeit der Filme wird in Gruppen unterschieden und zwar in niedrigempfindliche Filme (ISO 25 - 80), normalempfindliche Filme (ISO 100 – 200), hochempfindliche Filme (ISO 400 - 800) und höchstempfindliche Filme (ISO 1000 - 8000).

Der ISO-Wert bei der digitalen Fotografie ist, wie schon bemerkt, die Entsprechung zur Filmempfindlichkeit zur analogen Fotografie. Niedrige ISO-Werte entsprechen also den niedrigempfindlichen Filmen, während hohe ISO-Werte demnach den höchstempfindlichen Filmen entsprechen.

Je höher die ISO-Empfindlichkeit, desto weniger Licht wird für eine zufriedenstellende Aufnahme benötigt. Die Belichtungszeit / Verschlußzeit kann also bei höherer ISO-Empfindlichkeit kürzer gewählt werden, so daß auch bei schwierigen Lichtverhältnissen ein Fotografieren aus der Hand und ohne Blitz möglich wird, ohne das Foto zu verwackeln (wird die ISO-Empfindlichkeit verdoppelt, halbiert sich die Belichtungszeit / Verschlußzeit bei gleicher Blende). Nur hat das Ganze auch einen Haken, denn je höher der ISO-Wert, also je höher die Lichtempfindlichkeit, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für ein Bildrauschen (zufällige Farb- und Helligkeitsabweichungen, erkennbar durch bunte Störungen auf dem Foto), während die Aufnahme bei niedrigen ISO-Werten die höchste Schärfeleistung und das geringste Bildrauschen ergibt.

Bei der digitalen Fotografie wird das Bildrauschen durch Signalverstärkung verursacht, ähnlich wie bei der Verstärkung des Tonsignals bei früheren Tonträgern, nur eben optisch anstatt akustisch.

Besonders gut kann man das Bildrauschen nach Aufnahme bei hohen ISO-Werten auf Fotos erkennen, welche Flächen aufweisen, welche eigentlich einen einheitlichen Farbton zeigen sollten, denn da wird je nach Stärke des Bildrauschens ein mehr oder weniger buntes Störungsmuster sichtbar.

Demnach sollte der Fotograf, will er scharfe Fotos erreichen, den ISO-Wert so gering wie möglich halten, notfalls eben mit Hilfe eines Stativs arbeiten, um eine ausreichende Belichtung durch die Erhöhung der Belichtungszeit zu erreichen.

Neben dem Bildrauschen erhöht sich auch der Speicherplatz auf der Chipkarte, bei höheren ISO-Werten (bei Aufnahmen im JPG Format) wenn auch nur geringfügig, da aus Sicht der JPG-Kompression das Bildrauschen als detailreicher Bildinhalt verstanden wird und demnach mehr Daten für eine saubere Wiedergabe, des Fotos, gespeichert werden müssen.

Neben den Nachteilen für das spätere Foto bei hoher Lichtempfindlichkeit, also hohen ISO-Werten, kann so ein Bildrauschen natürlich auch als ein gestalterisches Merkmal eingesetzt werden und bietet dem Fotografen somit also auch gleichzeitig Möglichkeiten bei der Bildgestaltung.

Um das Bildrauschen bei steigenden ISO-Werten zu verdeutlichen, habe ich einige Aufnahmen eines Wandgemäldes bei schwachem Licht und ohne Blitzlicht gemacht und nur die ISO-Werte erhöht; die Einstellung der Belichtungszeit und der Blendeneinstellung habe ich für diese Fotoreihe der Nikon D80 überlassen. Diese Fotos sollen nur der Veranschaulichung des Bildrauschens dienen. Bei professionellen ISO-Vergleichen sollte man natürlich die Belichtungszeit auch gleichlassen, da der Sensor bei verschiedenen Belichtungszeiten / Verschlußzeiten unterschiedlich rauscht, aber für diesen Zweck möchte ich die Belichtungszeit / Verschlußzeit mit verdeutlichen.

Damit das Bildrauschen deutlich wird, habe ich, um den Monitor nicht zu sprengen, nur jeweils einen Bildausschnitt des Gemäldes eingestellt. Am besten Sie klicken auf die jeweiligen Fotos, um diese zu vergrößern, damit Sie einen besseren Eindruck von den unterschiedlichen Einstellungen bekommen.

ISO 100 Blende 3,2 Belichtungszeit 0,77 s

Gemälde bei ISO 100
Hier sehen Sie einen Bildausschnitt eines Wandgemäldes, welches ich bei schwachem Licht bei einer großen Blende von 3,2, einer Belichtungszeit von 0,77 s und einen niedrigen ISO-Wert von 100 fotografiert habe.

Der Bildausschnitt entspricht einem Teil des Bildes bei vollen 10 Mega Pixeln. Bei einer Belichtungszeit von fast einer Sekunde war natürlich ein Stativ nötig, damit mir das Foto nicht verwackelt.

ISO 200 Blende 3,2 Belichtungszeit 0,33 s (1/3)

Gemälde fotografiert bei ISO 200
Das Foto, von dem dieser Bildausschnitt stammt, wurde mit der gleichen Blendeneinstellung, wie das vorhergehende Foto, bei einer Belichtungszeit von 0,33 s, mit der ISO-Empfindlichkeit von 200 aufgenommen.

Ein Unterschied zum ersten Foto ist bei diesem Bildausschnitt so gut wie gar nicht zu erkennen. Die Belichtungszeit konnte für das gleiche Bild durch die Erhöhung des ISO-Wertes verkürzt werden, ohne daß das aufgenommen Foto leidet.

ISO 400 Blende 3,2 Belichtungszeit 0,17 s (1/6)

Gemälde mit ISO-Wert von 400 fotografiert
Gehen wir mit dem ISO-Wert noch weiter rauf auf 400, so können wir bei gleicher Blende nun ein leichtes Bildrauschen erkennen. Die Belichtungszeit / Verschlußzeit wurde von der Nikon D80 noch weiter auf 0,17 s reduziert.

Bei diesem kleinen Vorschaubild, werden Sie evtl. nur einen kleinen Unterschied links unten von dem abgebildeten See erkennen, am besten können Sie das Bildrauschen erkennen, wenn Sie auf die Abbildung klicken, um diese zu vergrößern.

ISO 800 Blende 3,2 Belichtungszeit 0,08 s (1/13)

ISO 800 Auschnitt eines Wandgemäldes
Erhöhen wir nun den ISO-Wert auf 800 bei gleicher Blende, so verringert sich die Belichtungszeit, welche die Nikon D80 selbst wählt, auf nur noch 0,08 s.

Doch irgendwie rauscht dieses Foto bei ISO 800 weniger, als die Aufnahme bei ISO 400. Wie kann das sein?!

Hier kommt die Automatik der Nikon D80 ins Spiel. Die Nikon D80 bietet im Menü die Möglichkeit zur Reduzierung des Bildrauschens, bei Lichtempfindlichkeitsstufen von mehr als ISO 400; diese Einstellung befindet sich im Aufnahmemenü der Nikon D80 und ist werkseitig voreingestellt.

ISO 1600 -- Blende 3,2 Belichtungszeit 0,04 s (1/25)

Wandgemälde ISO 1600
Nachdem die ISO-Empfindlichkeit nun nochmals verdoppelt wurde, konnte die Belichtungszeit auf 0,04 s (1/25) bei gleicher Blende halbiert werden.

Nun sollte das durch die Signalverstärkung entstandene Bildrauschen auch auf dem kleinen Vorschaubild erkennbar sein. Sie können natürlich diesen Bildausschnitt wieder vergrößern, um diesen Effekt bei der ISO-Empfindlichkeit von 1600 noch besser erkennen zu können.

ISO 3200 -- Blende 3,2 Belichtungszeit 0,02 s (1/50)

ISO 3200 -- Bildausschnitt eines Wandgemäldes, mit der Nikon D80 fotografiert
Nachdem wir nun die ISO-Empfindlichkeit das letzte Mal verdoppelt haben (ISO 3200), wurde die Belichtungszeit / Verschlußzeit von der Nikon D80 nochmals um die Hälfte auf 0,02 s verringert, die Blende blieb nach wie vor die gleiche (3,2).

Das Bildrauschen hat nun deutlich zugenommen, dies sollte auch ohne Probleme auf dem kleinen Vorschaubild erkennbar sein.

Einstellungsstufen der ISO-Empfindlichkeit speziell bei der Nikon D80

Bei der Nikon D80 kann die ISO-Empfindlichkeit schrittweise in Drittelstufen zwischen ISO 100 und ISO 1600 eingestellt werden.

Alle ISO Werte ab ISO 1600 werden bei der Nikon D80 in Stufen von HI 0,3 (entspricht dem ISO-Wert von ISO 2000), HI 0,7 (entspricht dem ISO-Wert von ISO 2500) und HI 1,0 (entspricht dem ISO-Wert) von ISO 3200 angezeigt.

Somit sind die Ausführungen vieler Fachartikel über die ISO-Empfindlichkeit der Nikon D80 nicht ganz vollständig, da in vielen Artikeln die Nikon D80 nur mit dem Bereich von ISO 100 - ISO 1600 vorgestellt wird. Die Nikon D80 kann aber bis in den Bereich von ISO 3200 eingestellt werden (HI 1,0).

Bei der Nikon D80 kann die ISO-Empfindlichkeit ganz bequem durch Drücken der ISO-Taste (links neben dem Display) und durch Drehen des hinteren Einstellrads eingestellt werden, die Einstellung ist natürlich auch über das Menü möglich.

Die Nikon D80 verfügt zusätzlich natürlich auch über eine ISO-Automatik, so daß die Kamera die ISO-Empfindlichkeit den gewählten Programmen und den Lichtverhältnissen anpaßt. Als äußerst praktisch empfinde ich, daß der ISO-Wert jederzeit über die Funktionstaste (unterhalb des Hilfslichtes) im Sucher eingeblendet werden kann, so ist es jederzeit möglich, die ISO-Automatik zu kontrollieren. Die Funktionstaste ist werkseitig schon voreingestellt und kann natürlich auch individuell belegt werden.

weiter zu Lektion 6 Objektive und Brennweiten


Fotografie Lexikon

Fotogalerie

Neues