Fotolehrgang Lektion 4 -- Die richtige Belichtung -- Belichtungszeit / Verschlusszeit



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Die richtige Belichtung: Informationen zur Belichtungszeit / Verschlußzeit

Fotolehrgang Lektion 4 Die Belichtungszeit

Wozu dient die Belichtungszeit

Die Belichtungszeit, auch Verschlußzeit genannt, bestimmt, wie lange der Verschluß der Digitalkamera während der Aufnahme geöffnet bleibt, um den Sensor zu belichten, genauso wie bei einer analogen Kamera der eingelegte Film. In der Regel wird die Belichtungszeit als Sekundenbruchteil im Kameradisplay angezeigt. Steht z.B. im Display der Wert 500, dann wird der Sensor der Digitalkamera mit 1/500 = 0,002 Sekunden belichtet.
Belichtungszeiten ab einer Sekunde werden im Display in der Regel mit einem Vorzeichen dargestellt, z.B. "1, so ist es zu mindestens bei meiner Nikon D80.

Mußte man vor ca. 100 Jahren einen Film noch 30 Sekunden und mehr belichten, um ein anständiges Foto zu erhalten, so ist es mit Hilfe der heutigen Technik ganz leicht möglich, ein anständiges Foto mit einer Belichtungszeit von nur 0,001 Sekunden hinzubekommen (unter Berücksichtigung der Blende). Da gelingen auch wackelfreie Fotos, wenn man Probleme mit der „ruhigen“ Hand haben sollte.

Selbstverständlich könnte die Digitalkamera über die Automatikfunktion die Einstellung von Belichtungszeit und Blende auch selbst erledigen. Für die meisten Fotos wird dies auch sinnvoll sein. Doch kann die Belichtungszeit sehr gut zur Gestaltung von Fotos genutzt werden.

Belichtungszeit 1/125 = 0,008 s

Ein Bach 1/125 s belichtet
Dieses Foto wurde nur ganz kurz belichtet nur 1/125 s bei Blende 5,6. Wie Sie sehen, wirkt das Wasser fast wie eingefroren, dieser Effekt könnte bei kürzerer Belichtungszeit z.B. 1/500 s noch weiter verstärkt werden, aber ich denke zu Demonstrationszwecken sollte diese Einstellung ausreichend sein.

Am besten werden Sie diesen Effekt erkennen, wenn Sie dieses Foto einfach vergrößern, klicken Sie dazu einfach auf das Bild.

Belichtungszeit 1/2 s = 0,5 s

Ein Bach eine Sekunde belichtet
Hier bei dem zweiten Bild habe ich dasselbe Motiv noch mal mit einer viel größeren Belichtungszeit aufgenommen.

Wie Sie vielleicht erkennen können, wirkt auf dieser Fotoaufnahme das Wasser so, als würde es fließen. Sie sehen, die Belichtungszeit ist schon ein gewaltiges Gestaltungsmerkmal bei der digitalen Fotografie.

Ich hätte ja lieber für dieses Beispiel einen schönen Wasserfall aufgenommen, um Ihnen den Wasserfluß bei längeren Belichtungszeiten noch besser demonstrieren zu können. Doch leider gibt es hier in dieser Gegend keine derartigen Naturschauspiele, sobald ich aber in den Genuß eines solchen Schauspieles komme, werde ich solche Fotos hier Online stellen. Hoffentlich habe ich dann auch meine Nikon D80 dabei.

05.10.2007 Ausflug nach Leipzig

Wie es der Zufall will, konnte ich in Leipzig, genau genommen auf dem Augustusplatz, nun doch noch ein paar bessere Aufnahmen zum Thema Belichtungszeit machen. Die besten Lichtverhältnisse hatte ich auf Grund des bewölkten Wetters leider nicht, aber für ein paar Aufnahmen zu Demonstrationszwecken sollten diese Aufnahmen ausreichen.

Belichtungszeit 1/60 = 0,017 s

Brunnen auf dem Augustusplatz in Leipzig
Dieses Foto von dem Brunnen vor dem Gewandhaus in Leipzig habe ich mit einer relativ kurzen Belichtungszeit aufgenommen, soweit es bei diesem bewölkten Himmel möglich war. 1/60 Blende 4,5.

Auf diesem Bild ist die Wasserbewegung kaum zu erkennen, das Wasser wirkt durch die kurze Belichtungszeit wie erstarrt, bei besseren Lichtverhältnissen und kürzerer Belichtungszeit wäre der Effekt noch besser ausgeprägt.

Belichtungszeit 0,63 s

Brunnen Auf dem Augustusplatz in Leipzig
Auf diesem Foto, welches ich deutlich länger belichtet habe, ist der Effekt des fließenden Wassers schon zu erkennen. Am Besten Sie vergleichen die beiden Fotos, in dem Sie beide vergrößern.

Mit einem Graufilter könnte man den Effekt des fließenden Wassers noch mehr hervorheben, doch leider hatte ich den Filter nicht mit dabei, aber ich denke, daß man den Unterschied trotzdem gut erkennen kann.

Belichtungszeit 1/200 = 0,005 s

Brunnen vor der Oper kurze Belichtungszeit
Weil es so schön war und weil dieser Brunnen, genau auf der anderen Seite des Augustusplatzes, mir noch besser gefallen haben, habe ich hier auch noch einmal zwei Vergleichsfotos geschossen.

Hier war das Licht auch etwas besser, so daß ich die Belichtungszeit noch etwas kürzer wählen konnte 0,005 Sekunden. Wenn Sie auf das Foto klicken, werden Sie das starre Wasser dieses Springbrunnens am besten erkennen können.

Belichtungszeit 1/3 = 0,3 s

Springbrunnen 0,3 Sekunden belichtet
Das Vergleichsfoto rechts habe ich deutlich länger belichtet, so daß das fließende Wasser deutlich erkennbar sein sollte, auch hier sollten Sie beide Fotos anklicken, um diese zu vergrößern.






Das folgende Foto wurde mir freundlicherweise, von einem Besucher dieser Seite, als Anschauungsmaterial für den Einfluss der Belichtungszeit auf das Motiv, zur Verfügung gestellt.

Ich möchte mich auf diesem Weg auch nochmal recht herzlich für dieses Foto und dessen Aufarbeitung bedanken.

Belichtungszeit Vergleich

Belichtungszeit Vergleichsfoto

Kurze Belichtungszeit / Lange Belichtungszeit

Fazit: Bei längeren Belichtungszeiten werden bewegte Objekte verschwommen abgebildet. Der bewegte Teil im Foto wird unscharf, während bei kurzen Belichtungszeiten oder Verschlußzeiten das bewegte Objekt scharf oder wie im Beispiel mit dem Bach wie eingefroren abgebildet wird.

Der Verschluß muß jedenfalls so lange geöffnet bleiben, bis der Sensor der Digitalkamera mit ausreichend Licht versorgt wurde. Bei langen Belichtungszeiten wird der Fotograf um die Benutzung eines Stativs nicht herum kommen, da je länger die Belichtungszeit gewählt wird, desto höher ist die Gefahr, ein
verwackelten Fotos hinterher zu erhalten.

Wenn der Fotograf vorwiegend aus der Hand fotografieren möchte, sind kurze Belichtungszeiten erforderlich. Die Belichtungszeit kann auch bei schwierigen Lichtverhältnissen, wie sie z.B. in Kirchen oder Turnhallen vorkommen, mit der ISO-Empfindlichkeit (Lichtgeschwindigkeit), kompensiert werden.
Die ISO-Empfindlichkeit (Lichtgeschwindigkeit) ist neben der Blende und der Belichtungszeit der 3. Faktor, welcher bei dem Thema: Belichtung bei der digitalen Fotografie mitmischt.

Die ISO-Empfindlichkeit bei der digitalen Fotografie ist das, was in der analogen Fotografie unter Filmempfindlichkeit bekannt war, oder ist. Doch ich möchte an dieser Stelle das Thema noch nicht weiter aufgreifen, darauf möchte ich erst später in einer weiteren Lektion eingehen.

Um auf kürzere Belichtungszeiten zu kommen, damit auf ein Stativ verzichtet werden kann, besteht nach wie vor, wie in Lektion 2 schon erwähnt, die Möglichkeit, die Blende weiter aufzumachen. Wir erinnern uns, der Blendenwert muß kleiner werden, erst wenn die maximale Blende, also der kleinste möglichste Wert, erreicht ist und immer noch mehr Licht benötigt wird, kommt die ISO-Empfindlichkeit ins Spiel, aber dazu später.

Lichtspur PKW von vorn

Lichtspur
Bei extrem langen Belichtungszeiten, gelingt es auch Lichtspuren zu fotografieren, das eigentliche Objekt hier ein PKW, welcher von vorn gefahren kommt, ist durch seine Bewegung nicht mehr auf dem Foto zu erkennen.

Die Lichter seiner Scheinwerfer schon.

Belichtungszeit: 20 Sekunden

Lichtspur PKW´s von hinten

Lichtspur
Hier noch mal ein ähnliches Foto.
Diesmal sind mehrere Fahrzeuge am Kamerastandpunkt, während der Aufnahme, vorbeigefahren. Auch bei diesem Foto sind die Fahrzeuge durch die lange Belichtungszeit nicht mehr zu erkennen. Die Lichtspur, welche durch die Rückscheinwerfer erzeugt wurde ist dafür sehr gut zu erkennen.

Belichtungszeit: 20 Sekunden

Nikon D80 Belichtungskorrektur bei Landschaftsaufnahmen

Vielleicht noch ein kleiner Hinweis zum Schluß dieser Lektion, speziell an die Besitzer der Nikon D80.

Bei Landschaftsaufnahmen habe ich die Erfahrung gemacht, daß die Nikon D80 leicht überbelichtet. Das hat in der Regel auch mit dem anvisierten Motiv zu tun, in der Regel hat man bei Landschaftsaufnahmen, so ist es zumindest bei mir, die Angewohnheit auf den dunkleren Bereich scharf zu stellen, so das der Himmel oder helle Bereiche überbelichtet erscheinen.

Aus diesem Grund nutze ich generell bei Landschaftsaufnahmen die Belichtungskorrektur der Nikon D80 und stelle den Wert in der Regel auf --0.3 oder gar --0.7 ein. Mit diesen Werten erhalte ich in der Regel die besten Bilder.

Die Belichtungskorrektur ist bei der Nikon D80 in den Betriebsarten P, S und A verfügbar und kann durch Drücken der +/- Taste und durch Drehen des hinteren Einstellrades eingestellt werden.

Alternativ könnte vielleicht auch ein Verlaufsfilter helfen, doch da habe ich leider noch keine Versuche machen können.

weiter in Lektion 5 Die ISO-Empfindlichkeit-ISO-Wert


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